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Gesetzlicher Unfallversicherungsschutz bei Erkrankung mit COVID-19?

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Die Infektion mit COVID-19 stellt eine „Allgemeingefahr” dar (Einstufung als Pandemie durch WHO seit 11.03.2020), d. h. es liegt kein Arbeitsunfall vor, wenn sich eine Versicherte/ein Versicherter auch außerhalb seiner versicherten Tätigkeit zur selben Zeit und mit gleicher Schwere angesteckt haben könnte.

Ist die COVID-19-Erkrankung jedoch nachweislich infolge einer besonderen beruflichen Betroffenheit eingetreten, kann ein Arbeitsunfall vorliegen, bei dem gesetzlicher Unfallversicherungsschutz besteht.

Als einschlägige Berufskrankheit (BK 3101) kann die COVID-19-Erkrankung anerkannt werden, wenn sie bei einer/einem Versicherten auftritt, die/der infolge der Ausübung ihrer/seiner beruflichen Tätigkeit in bestimmten Bereichen einer gegenüber der allgemeinen Bevölkerung wesentlich erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt war. Dies betrifft zum Beispiel Versicherte im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder im Laboratorium.

Welche Pflichten bestehen in Erkrankungsfällen, um Versicherungsschutz zu erhalten?

Eine Unfallanzeige ist bei einer COVID-19-Erkrankung nicht zu erstatten.

Die Pflicht zur Anzeige eines Versicherungsfalls durch den Unternehmer (Arbeitgeber) richtet sich nach § 193 Abs. 1 SGB VII. Sollten Sie als Arbeitgeber nach nachgewiesener Infektion (positiver Testung) und Krankheitszeichen bei einer beschäftigten Person vermuten, dass der Infektionsweg über die berufliche Tätigkeit erfolgte, ist eine Unfallanzeige unter Angabe der Indexperson und dem vermuteten Übertragungsweg zu erstatten.

Bei Verdacht auf Vorliegen einer Berufskrankheit nach Nr. 3101 (Infektionskrankheiten, wenn der Versicherte im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt war) ist eine Berufskrankheiten-Anzeige beim BS GUV zu erstatten. Bei Verdacht auf eine mögliche COVID-19-Erkrankung ist laut Empfehlung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) das zuständige Gesundheitsamt zu kontaktieren, das die weitere Koordination übernimmt.

Unfallversicherungsschutz für Kinder am Arbeitsplatz der Eltern?

Kinder und Pflegekinder Ihrer Beschäftigten, die aufgrund fehlender bzw. Ausfall der üblichen Betreuungsmöglichkeiten mit zur Arbeit der Eltern genommen werden, stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Diesen erweiterten Versicherungsschutz bietet der BS GUV seit 01.01.2019, um Sie als Arbeitgeber bei der Gestaltung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen zu unterstützen.

Gerade in der aktuellen Corona-Ausnahmesituation kann diese Neuregelung mehr als hilfreich sein – in Ihrem Sinne und im Sinne Ihrer Beschäftigten.