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Covid-19 in Schulen und Kitas, was Bildungseinrichtungen und Eltern wissen müssen

Mädchen wird bei einer Ärztin auf Corona getestet

© Adobe Stock / H_Ko

Trotz der allgemeinen Corona-Lockerungen und dem Wegfall vieler bislang vorgeschriebener Schutzmaßnahmen bleibt das Infektionsgeschehen hoch.

Was Kitas und Schulen mit Blick auf die Sicherheit und Gesundheit ihrer Kinder bzw. Schülerinnen und Schüler in der Pandemie beachten müssen, hat unser Dachverband, die DGUV, neu zusammengestellt und aktualisiert.

Unter den Links für Kitas bzw. für Schulen finden Sie die bundesweiten und landesrechtlichen Regelungen, zahlreiche Fachinformationen und Handlungshilfen zur Pandemie.

Nachfolgend geben wir Ihnen noch Informationen zum Versicherungsschutz:

Mit dem Aufkommen der Omikron-Variante stecken sich auch immer häufiger Schüler und Schülerinnen oder Kita-Kinder mit dem SARS-CoV-2-Virus an. Was sollten Schulen, Kindertageseinrichtungen und Eltern hierzu wissen?

1.) Ist eine Infektion ein Versicherungsfall für die gesetzliche Unfallversicherung?

Kinder und Jugendliche sind beim Besuch einer Bildungseinrichtung und auf dem Weg dorthin und wieder nach Hause gegen Unfälle gesetzlich unfallversichert. Auch eine Infektion kann ein solcher Unfall sein. Verursacht die Infektion eine Erkrankung, greift der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

2.) Wann liegt ein Versicherungsfall durch eine Infektion vor?

Nur wenn eine Covid-19-Erkrankung infolge der versicherten Tätigkeit – das heißt des Kita- oder Schulbesuchs - eingetreten ist, erfüllt sie die gesetzlichen Voraussetzungen eines versicherten Unfalles.

Voraussetzung ist ein intensiver Kontakt mit einer nachweislich mit SARS-CoV-2 infizierten Person (Indexperson) während des Kita- oder Schulunterrichts oder bei schulischen Veranstaltungen. Bei der Frage, ob die Voraussetzungen für einen versicherten Unfall vorliegen, ist weiterhin zu berücksichtigen, ob zum maßgeblichen Zeitpunkt Kontakt zu anderen Indexpersonen in nicht versicherten Lebensbereichen (z.B. Familie, Freizeit oder Urlaub) bestanden hat. Sofern sich Kinder im privaten Umfeld infizieren und erkranken, sind die Krankenkassen die richtigen Ansprechpartner.

Im Ergebnis ist in jedem Einzelfall eine Abwägung erforderlich, bei der alle Aspekte, die für oder gegen eine Verursachung der COVID-19-Erkrankung durch den Schul- oder Kitabesuch sprechen, zu berücksichtigen sind.

3.) Wann ist der Unfall meldepflichtig? Wann ist der Unfall nicht meldepflichtig?

Grundsätzlich gilt: Meldepflichtig sind Schul- und Kitaunfälle immer dann, wenn eine ärztliche Behandlung für das betroffene Kind erforderlich war. Es müssen also ernsthafte Krankheitssymptome vorliegen. Allein ein PCR-Test durch einen Hausarzt oder eine Hausärztin ist nicht als Behandlung zu werten.

Was aber, wenn die Infektion mit dem Coronavirus symptomlos oder milde verläuft? Das heißt zum Beispiel, wenn das Kind lediglich einen Schnupfen oder leichtes Fieber hat und  ein Arztbesuch aber nicht notwendig ist. Eine Meldepflicht besteht dann nicht.

In allen Schulen und Kitas in Niedersachsen werden die Corona-Infektionen der Beschäftigten sowie der Kinder bzw. Schülerinnen und Schüler erfasst. Dem BS GUV reicht zunächst die Dokumentation über die existierenden Listen aus, sofern sie bestimmte für den Versicherungsschutz relevante Informationen enthalten (siehe Punkt 4).

Es muss also nicht für jede Corona-Infektion eine Unfallmeldung erfolgen. Kommt es nach einiger Zeit doch noch zu einer Erkrankung mit notwendigem Arztbesuch oder treten Long-Covid-Symptome auf, helfen diese Listen dem BS GUV bei seinen Ermittlungen.

Eine spätere Meldung steht der Anerkennung als versichertem Unfall nicht entgegen, soweit die rechtlichen Voraussetzungen für die Anerkennung als Schulunfall/Kita-Unfall gegeben sind.

4.) Welche Informationen sollten in den Corona-Listen der Schulen und Kitas festgehalten werden?

Folgende Information sollte zusätzlich aus der COVID-19-Dokumentation in den Bildungseinrichtungen hervorgehen:

  • Gibt es ein massives Infektionsgeschehen (Massenausbruch) in der Einrichtung bzw. Gruppe/Klasse?

Wenn dies nicht der Fall sein sollte, werden folgende Informationen benötigt:

  • Name der Indexperson/Infektionsquelle (sofern bekannt)

5.) Wer kann den Unfall melden? Wie kann man den Unfall melden?

Ist die COVID 19-Infektion voraussichtlich in der Schule/Kita erfolgt,

  1. ist die Leitung der Schule oder der Kita verpflichtet, eine Unfallanzeige zu erstatten, wenn sie Kenntnis von einer in diesem Zusammenhang stehenden ärztlichen Behandlung hat.
  2. sollten die Eltern eine formlose Unfallanzeige an den BS GUV erstatten.
  3. ist der behandelnde Arzt oder die Ärztin zur ärztlichen Unfallmeldung verpflichtet.

Für Schulen und Kitas stehen die Unfallanzeigen auf unserer Homepage bereit.

6.) Wie können Versicherte nachweisen, dass die Infektion in der Schule oder Kita erfolgt ist?

Der BS GUV ermittelt bei meldepflichtigen Covid-19-Unfällen von Amts wegen, ob es sich um einen Schulunfall/Kita-Unfall handelt. Das heißt, der BS GUV kommt auf die Einrichtung und die Familien mit der Bitte um konkrete Nachweise zu. Aufgehoben werden sollten insbesondere Dokumente, die die Infektion mit dem Coronavirus belegen (PCR-Testergebnisse) sowie der zeitliche Beginn von Symptomen und Hinweise auf mögliche Indexpersonen oder ein größeres Infektionsgeschehen in der Bildungseinrichtung.

Zum "Prozessablauf des BS GUV zur Meldung einer Covid-19-Infektion an der Schule/Kita als Arbeitsunfall" gelangen Sie hier.

Bei Fragen rufen Sie uns bitte an:

Herr Roth (0531 27374 26)

Frau Jerominek (0531 27374 11)